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Zugangsblock

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Ich traf auch mal ein älteres Bäuerlein aus meiner Heimat aus Neuenhain, dem sein Acker mit Korn auf einem Feld verfaulte weil er ihn nicht heimbringen konnte, da sein Sohn zur wehrmacht einrücken musste. Das wurde als Sabotage ausgelegt. Auch traf ich einmal 2 junge Neger, waschechte Frankfurter, sie fielen mir durch die Frankfurter Mundart auf- Besatzungskinder vom letzten Krieg 1918. Zur Reinhaltung des deutschen Blutes wurden sie hier festgehalten. Aber nach einer kurzen Zeit habe ich sie nicht mehr gesehen. Solche Leute gingen bald auf Transport und ganz wahrscheinlich in einem Vernichtungslager durch den Kamin.

 

Einzelschicksale, wie sie zu hunderten, ja tausenden anzutreffen waren. So denke ich an den Mann, wahrscheinlich Schausteller, der am ganzen Körper von oben bis unten tätowiert war mit Blumen, Vögel, alle möglichen Tieren, Anker, Schiffen, Frauenköpfe und alles andere. Überhaupt Tätowierung sah ich manche meisterhafte Darstellung. Harlekin auf dem einen Schenkel und Bajazo auf dem anderen ganz groß, auch sehr schöne Bilder auf Brust und Rücken udgl.

 

Auf dem Zugangsblock hatte ich in den vergangenen Wochen ein den  Verhältnissen nach einigermassen ruhiges Leben, ich meine keine feste Arbeit. Nun änderte sich dasselbe. Den ersten Tag auf dem neuen Block konnte ich mir am Morgen den Aufmarsch und am Abend den appell ansehen, ich war da noch am Zugangsblock gemeldet.

Befreiung

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Die Kameraden, gleich welcher Nation lagen sich in den Armen und manchem liefen die Tränen über die Wangen. Heute noch sehe ich das imposante Bild vor meinen Augen. In den Fenstern des Lagers standen die Kameraden und begrüßten die Befreier (Auch auf der Straße). Aus den Fenstern hingen weiße und auch schon rote Fahnen hatten Kameraden hergerichtet. Ich wurde noch nie so oftmals umarmt und habe noch nie so viele Hände gedrückt wie in diesen ersten Stunden der Befreiung. Achteinhalb Jahre als Gefangener hinter Gitter und Stacheldraht, oftmals unter menschenunwürdigen Bedingungen waren nun zu Ende. Das Gefühl der Freiheit und dem Leben wieder zurückgegeben zu sein war unbeschreiblich. Dazu die Hoffnung auf ein besseres Leben in der Zukunft. Das waren die ersten Stunden meiner Befreiung inmitten meiner fast fünfhundert Kameraden.

Kontakt

Mario Gesiarz

Johann-Sittig-Str. 7

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